puntino giallo
01.01.2003, 21:24  |
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Andreas Worel: "Qualitätsfragen in gemeinnützigen Einrichtungen - Unpopuläre Betrachtungen zu einem modernen Begriff", Verlag freies Geistesleben. Kaum zu glauben, aber wahr. Andres Worel hat es geschafft, nicht nur in "Das Goetheanum" in einer 3-er Serie(!)veröffentlicht zu werden, sondern sein o.g. Buch wurde - mit Vorwort von Stefan Leber versehen - vom Verlag freies Geistesleben publiziert. Offensichtlich hat es die Qualitätsdoktrin noch nicht ganz geschafft, die pluralistische Geisteskultur unserer Bewegung zu stornieren. Grüsse Puntino giallo
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A.M. Worel
11.02.2003, 23:46
@ puntino giallo  |
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Lieber Herr Giallo, vielen Dank für die Blumen. Leider ist in den gemeinnützigen Einrichtungen die Angst vor dem Liebes=Geld-Entzug von wem auch immer offenbar so groß, daß das Echo auf mein bescheidenes Büchelchen Schweigen ist - bis auf eine sachliche Kritik in der "Erziehungskunst" durch W.Götte sowie den empörten "Perfidie!"-Aufschrei eines Schweizer Rezensenten (muß ein Ökonom gewordener Pauker sein, denn er hat ökonomischerweise seine Rezension wortgleich den Zeitschriften "Gegenwart" und "Erziehungskunst" angedreht, ohne jeden Hinweis auf diese Doppelbödigkeit). Dem ist es gelungen, das Buch mit spitzen Fingern anzufassen, wie Schmutzlektüre (nur die "schmutzigen" stellen suchend) (oder gar nicht?) zu lesen, überhaupt nicht zu verstehen und es dennoch zu (re)zensieren - wie halt ein Pauker zensiert... Wenn man den Qualitätsfragen auf den Grund geht, und sie differenziert untersucht, sitzt man eben zwischen allen Stühlen. Dennoch bin ich ganz zuversichlich, daß auch hier die tiefe Weisheit von H. C. Andersen ("Des Kaisers neue Kleider") wirksam ist und die Betroffenen mit der Zeit merken, daß sie mit QS-QM-QE-WzQ u.v.a.m nicht nur Zeit und Kraft verplempern, sondern auch die Qualität ihrer Tätigkeit mindern. Wenn sie dann nicht schon wegrationalisiert sind, werden sie sich viielleicht darauf besinnen, s e l b s t zu bestimmen, was s i e unter Qualität verstehen und hervorbringen, und wie sie diese g e w ä h r l e i s t e n wollen. Letzteres scheint mir die viel gössere Herausforderung zu sein und geeignet, Qualitätsfragen in der sozialen Tätigkeit zu lösen: da steckt sowohl ge-wahren, ein Wahrnehmungsvorgang, als auch ge-währen, eine Raum-schaffende Tätigkeit darin, vor allem aber zwei Kern-Begriffe, ohne die es in der Arbeit von Menschen mit Menschen nicht geht: Wahrheit und Verantwortung. Als Gewähr-L e i s t e n d e r verantworte ich als Individualität die Qualität meiner Tätigkeit und stehe dafür ein - das kann durch noch so bunte und terminologisch korrekte QSQM nicht ersetzt werden.
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puntino giallo
12.02.2003, 16:46
@ A.M. Worel  |
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Lieber Herr Worel Ich habe die Rezension von Mattias Wiesmann in der Erziehungskunst 10/02 inzwischen studiert. Sie ist typisch für das aggressive Vorgehen der WzQ-Protagionisten, wenn „ihr Baby“ angetastet wird. Diese hinterfragen den einziehenden Geist (den Sie ja selber sind) in keinster Weise und kanzeln berechtigte, in den Seelen tiefst erlebte Abneigung und Kritik grosskotzig und gekonnt ab. Wer kein Organ für diese – längst nicht mehr subtile - Indoktrination und Vegewaltigung der Seelen entwickelt hat, wird dieses Schwarzbuch vor allem angesichts des staatlichen Dekrets nur begrüssen können. Scheint es doch die armen Anthroposophen vor den „bösen Systemen“ der ISO-Derivate zu schützen. Ich erwarte von den Qualitätern von vornherein keine Kommunikations- geschweige denn Kritikbreitschaft. Es geht ihnen darum, „ihr Ding“ durchzudrücken! Die Selbstkritik, die sie von den Institutionen fordern, haben sie noch nie auf das eigene System angewendet und werden es nie tun. Sie verwalten d a s G u t e ! Danken wir deshalb Arfst Wagner für die treffende Diagnose: l e g a l i s i e r t e s M o b b i n g . Genau so empfinden es tausende von Menschen in den Institutionen, fürchten sich aber vor Applikationen nach Art eines Matthias Wiesmann. Deshalb hört man keine – in Worten: Null – Kritik!!! Das wird alles schön unter dem Deckel gehalten. Wiesmann erdreistet sich allen Ernstes, dem Verlag eine Zensur abzuverlangen und offenbart dabei den Geist der ganzen Qualitätsbewegung: Menschenverdummnug und Manipulation im einem Grade, der dem DDR-Staat schon gefährlich nahe rückt! Etwas erfreuliches hat aber die Rezension doch: Der von Wiesmann gefürchteten Mitarbeiterin, die gerade dabei ist (das gute) WzQ umzusetzen (die ärmste) und dem bösen Worel sein böses Buch liest, könnte ein böses erwachen blühen: sie müsste nämlich zu einem e i g e n e n U r t e i l kommen. Und dies fürchten die Qualitäter wie der Teufel das Licht! Für sie gibt es nichts schlimmeres als Menschen, die beginnen über das System hinaus oder sogar dagegen zu denken! Die Rezension Wiesmanns beweist einmal mehr, dass ein Zensur fordender, totalitärer Geist in unsere Bewegung i m p l e m e n t i e r t wurde. Da bleibt mir nur ein Schlusswort: Vive la Resistance! Hoffentlich kriegen möglichst viele Mitarbeiterinnen dieses Buch in die Hände. Und hoffentlich merken sie dann auch, dass die Qualitäter im Stile Wiesmanns sie offensichtlich nicht für urteilsfähig halten. Anders könnte sich ein QM-Protagonist nicht erdreisten, die Reflexion dessen verhindern zu wollen, was man gerade umsetzt! Puntino Giallo, der seine Farbe inzwischen auf rot gewechselt hat.
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A.M. Worel
13.02.2003, 03:24
@ puntino giallo  |
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Lieber Herr Giallo rosso, bei aller Empörung, bei allem Schmerz und Entsetzen über die katastrophal destruktiven Wirkungen von QSQMQZ auf die Arbeit von Menschen mit- und füreinander - lassen Sie uns nicht zu Bushisten werden und die Protagonisten von QSMZ talibanisieren oder saddammen. Bei aller schonungslosen Unerbittlichkeit, mit welcher die Hintergründe des utilitaristischen Qualitätsverständnisses bis hin zu den darin wirksamen Wesen (wohlgemerkt sind damit nicht die Menschen gemeint!) untersucht, benannt und hinterfragt werden müssen - Wir sind alle Utilitaristen! Auch Q-Leute sind meist Menschen, die vielleicht auch an den eigenen Broterwerb, aber vor allem an das "Gute" denken, und vielleicht gar nicht bemerken, daß man das "Gute" weder denken, noch zertifizieren, noch in Richtlinien, Audits oder Handlungsanweisungen formalisieren kann. Wir selber haben, schmerz- oder gnadenvoll, gewahren dürfen, daß das "Gute" auf Menschen-Ebene nur durch die menschliche Tätigkeit konkret hervorgebracht - oder eben auch vernichtet werden kann - und was für ein zartes Pflänzchen das ist. Ist es nicht an der Zeit, daß die Erfahrungen mit den verschiedenen Erscheinungsformen von QSQMQZ im sozialen Bereich zusammengetragen, aufgearbeitet und umgeschmolzen werden in eine Vertiefung der wirklichen Qualitätsarbeit? Ist es nicht allmählich Zeit für eine Erkenntnisarbeit, für den Dialog, für Beginn einer gemeinsamen, respektvollen und allgemein zugänglichen, offenen und transparenten Auaeinandersetzung mit allen Aspekten der Kernfrage, wie es um die qualität des Menschlichen beschaffen sein soll?
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A.M. Worel
11.02.2003, 23:49
@ puntino giallo  |
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Pardon, Herr Giallo, nu war das mail weg! Eigentlich wollte ich Sie noch bitten, mir mal ihre Mailadresse zu schicken, da ich Sie gerne kennenlernen würde. . Mit freundlichen Grüssen AMW
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