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Hans Boje-Kreullmann

E-Mail

17.12.2005,
10:49
Anthros prüfen Anthros...antworten
Generell fragt sich - und fragen sich bereits auch Amtsstellen verschiedener CH-Kantone und DE-Bundesländer - ob die anthroposophische Fa. Confidentia mit dem QM 'Wege zur Qualität' überhaupt anthroposophische Institutionen prüfen soll und kann. Natürlich kritisieren Anthros Anthros. Ob sie das jedoch offiziell auch tun, einer Institution also die Zertifikation absprechen, wenn das qualitativ notwendig sein sollte, ist eine andere Sache. Deshalb verteilt die Confidentia ja auch die Zertifikate, bevor sie alle Unterlagen gekriegt hat (Beitrag aus der Schweiz in diesem Forum!).

Hans Boje-Kreullmann

A.M.Worel

17.12.2005,
16:45

@ Hans Boje-Kreullmann
Anthros prüfen Anthros...antworten
Soll das heißen: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus?

Das scheint mir zu kurz gegriffen. Das Problem steckt nicht darin, daß "Anthros" "Anthros" kontrollieren, Zertifizieren und evtl. de-zertifizieren. Das ist der QM-Mentalität systemimmanent: Kernphysiker zertifizieren KKW, Mediziner ihre Ärztekollegen, Luftfahrtingenieure die Flugzeuge. Da meckert auch keiner - schließlich bedarf es ja einer gewissen Sachkompetenz... Und HIER liegt bei "Anthros" QM das Problem: In der fehlenden Sachkompetenz für die spezifischen Qualitäten der jeweilig zu zertifizierenden Einrichtung.

Was ist die Qualität einer anthroposophischen heilpädagogischen Instiution beispielsweise, im Vergleich zu einer nicht-anthroposophischen Einrichtung? Wer ist sachkompetent? Neben den Behörden, welche die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu überprüfen verpflichtet sind, gibt es doch nur drei sachkompetente Gruppen: die Betreuten, deren Angehörige und die Betreuer in der jeweiligen Einrichtung! Nur sie können die IHNEN wichtigen Qualitäten beschreiben, hervorbringen und (selbst)kritisch überprüfen. Das Instrumentarium dazu liefert allerdings die anthroposophische Methodologie und ihre praktische Anwendung. Sie ist in ihrer effizientesten und qualitätsorientiertesten Form immer noch beim Erstautor Rudolf Steiner zu erlernen (Details bei A.M.W.)
WzQ hat (systemimmanent) keinen Begriff von den spezifischen Qualitäten einer konkreten Einrichtung. Ihr fehlt a priori der erforderliche Sachverstand, und den kann auch ein noch so "anthromäßig" angehauchter QM-Schematismus nicht ersetzen. Insofern ist der WzQ gewidmete Aufwand an Geld, Zeit und menschlicher Kraft (human resources auf neudeutsch) schlicht vergeudet. Und das ist es wohl, was nicht nur die Mitarbeiter der betroffenen Einrichtungen, sondern auch die Behörden zunehmend bemerken, wenn die in ihnen tätigen Verantwortlichen ihre Vernunft gebrauchen.
These: Eine gesunde Einrichtung übersteht auch mehrere Jahre WzQ unbeschadet, wenn auch mit Kraftverlust. Kranken Einrichtungen kann WzQ hingegen den Rest an spezifischer Qualität noch austreiben, auch wenn sie am Schluß zertifiziert werden. Wie sagte der Wiener: "A schöana Leich!"

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